Ausgewähltes Gekritzel

(alt) Nachtrag: Ferrari California

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Von Clemens Hirschfeld:

Der California ist unter Ferraristi nicht unumstritten – zwar waren Leistung und Design eines Ferraris durchaus würdig, doch fühlte sich das Klappdachcabrio bislang auf Boulevards wohler als auf einer Rennstrecke. Kann das Facelift, das ändern?

Das wunderschöne von Pininfarina gezeichnete Blechkleid beließ Maranello unverändert, lediglich neue Bicolor-Lackierungen sorgen außen für frischen Glanz. Innen verwöhnen Aluminium, Karbon und feinstes Leder die Passagiere auf den Vordersitzen. Auf den Notsitzen dahinter geht es allerdings so eng zu, dass bestenfalls der Nachwuchs, in aller Regel aber das Handgepäck, dort Platz findet.

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Die umfangreicheren Veränderungen liegen bei diesem Facelift unterm Blech: Im Rahmen der Verjüngungskur speckte das Coupé-Cabrio durch den großzügigen Einsatz von Aluminium an Fahrwerk und Chassis um 30 Kilogramm ab. Mit rund 1,7 Tonnen zählt der California jedoch immer noch nicht zu den Leichtgewichten unter den offenen Sportwagen.

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Für mehr Leistung sorgen ein neu entwickelter Abgaskrümmer und Änderungen an der Motorsoftware, die dem 4,3 Liter V8 weitere 30 Pferdchen entlocken – so leistet das Luxus-Cabrio-Coupé nun 490 PS. Ab 5000 Touren liegen jetzt 505 Newtonmeter an, die den Zuchthengst in 3,8 Sekunden von Null auf Hundert galoppieren lassen – erst bei 312 km/h endet der Vortrieb.

Die spektakulärste Neuerung ist allerdings das optionale Handling-Speciale-Paket. War der California fahrdynamisch, für Ferrariverhältnisse, bis dato eher züchtig unterwegs, verhelfen ihm softwaregesteuerte Dämpfer zusammen mit dem härter abgestimmten Fahrwerk, für ein deutlich sportlicheres Fahrgefühl. Die Lenkung wird, durch die direktere Übersetzung, zu einem Präzisionswerkzeug, mit dem die Kurvenhatz einfach nur Spaß macht. Dabei flutschen die Gänge des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes so schnell und exakt, dass der Fahrer nur selten in Versuchung gerät, die Schaltpaddel am Lenkrad zu bemühen.

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Fazit:

Der facegeliftete California macht süchtig! Der Sound des V8, lässt einem bei geöffnetem Dach, das benzinverseuchte Blut in den Adern gefrieren. Durch das optionale Handling-Speciale-Paket für 5 355 Euro wird aus dem GT-Cabrio zwar kein Rennwagen, aber allemal ein sportlicher Hengst, der sich vor der Konkurrenz alla BMW M6 und Maserati GranCabrio Sport nicht zu verstecken braucht. So legt die solvente Kundschaft, für das Designerstück aus Maranello, mit einem Grundpreis von 180 600 Euro, mindestens 40 000 Euro mehr auf den Tisch – Ferrari fahren war eben schon immer exklusiver Spaß.

Fotos: Ferrari Media

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