Ausgewähltes Gekritzel

(alt) Fahrbericht Nissan Navara: Tausche Businessmobil gegen Offroader

 

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Montagmorgen. Ich bin extra etwas früher ins Büro gefahren, da der Kollege immer schlechte Laune bekommt, wenn jemand auf seinem Parkplatz steht und heute Morgen der Nissan Center Europe ein Auto für uns angeliefert hat. Und ich bin etwas überrascht als ich ankomme: Das angelieferte Fahrzeug ist deutlich größer als mein A6… Nun gut, ich mag große Autos und deshalb einfach mal einsteigen. Muss ja umgeparkt werden. Der Kollege. Ihr versteht.

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Einsteigen. Super ist die hohe Sitzposition. Man blickt auf die anderen Verkehrsteilnehmer herab. Gut so. Aber, dass ich große Autos mag, heißt nicht, dass ich sie auch gut fahren kann… Daher kommt mir beim Ausparken die Rückfahrkamera sehr gelegen. Sie liefert einen guten Überblick über die aus der Fahrerkabine nach hinten recht unübersichtliche Karosserie. Das funktioniert auch bei Dunkelheit sehr gut.

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Jetzt kann ich mich endlich mal um die technischen Daten kümmern und mich im Auto etwas umsehen. Dass er einen Diesel hat und Automatik habe ich beim Ausparken schon festgestellt – aber geht da auch was? 170 kW (231 PS) und 550 Nm hat der 3-Liter-V6-Dieselmotor, 195 km/h Topspeed. Nicht schlecht! Dafür aber auch rund 2,2 Tonnen Gewicht. Der Innenraum ist großzügig geschnitten. Die Kunststoff-Materialien lassen haptisch allerdings etwas zu wünschen übrig und das Leder wirkt ein wenig künstlich. Gerade gegenüber meinem Audi fällt der Unterschied auf. Aber andererseits bekommt man hier einen 5,30 Meter langen Allradler für rund 46.500 Euro. Viel Auto für das Geld. Daneben gibt es noch den Pathfinder. Quasi der Navara als klassischer Geländewagen ohne Pritsche, dafür mit Kofferraum.

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Jetzt will ich aber auf die Straße. Vorher noch den Kofferraum meines Audi geleert: Stilecht zwei Kisten und ein Faß Bier haben den Kofferraum ausgefüllt. Was im Audi neben dem üblichen Kleinkram noch zu Enge führte, wirkt auf der begehbaren Ladefläche des Nissan Navara plötzlich etwas verloren…

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Jetzt aber endlich los. Der Navara macht erst einmal einen Satz nach vorn. Das Anfahrverhalten ist relativ giftig und das Gas lässt sich bei langsamen Geschwindigkeiten nicht optimal dosieren. Man gewöhnt sich daran, aber harmonischer ginge das schon. Bei langsamer Geschwindigkeit hopst das Auto etwas über Schlaglöcher. Die Automatik schaltet aber sanft und an der Grenze zur Trägheit. Die althergebrachten Wandlerautomaten fallen gegenüber modernen Doppelkupplungsgetrieben doch merklich ab. Aber zu diesem Auto passt es irgendwie. Die Lenkung reagiert um die Mittellage etwas indirekt, aber dennoch hat man das Auto gut im Gefühl und bekommt ausreichend Rückmeldung. Man will ja keine Rennen fahren und er ist ja weder als Rennwagen noch als Sänfte gedacht, sondern als Offroader.

Somit ist das Ziel klar: Kiesgrube.

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Hier fühlt er sich wohl, der Navara. Dort wo ich mein Auto schon längst krumm gefahren hätte oder gar nicht hingekommen wäre, kann man mit dem Navara problemlos durch-, herauf- oder herunterfahren. Das macht Freude und weckt den Spieltrieb. Mit dem zuschaltbaren Allradantrieb, der auch eine Geländeuntersetzung bereithält, gibt es fast keine Hürden mehr. Aber nicht übertreiben. Es geht recht schnell steil abwärts und ich habe ja noch das Bier geladen.

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Meine Freundin ruft an: Ich soll noch das neue Regal vom Schweden holen. Ja Mist, vergessen. Bringe ich das überhaupt auf die Ladefläche? Soweit ich mich erinnern kann, ist das Ding rund 2 Meter hoch. Also ist der Karton über 2 Meter lang. Im Audi hätte ich einfach alles umgeklappt, aber hier…? Und der Schwiegervater wartet auf sein Bier für seine Geburtstagsparty am Wochenende. Ich könnte es ja mal kurz im See kaltstellen, oder Bier gegen Selbstbauregal tauschen, aber ich liefere es doch lieber aus.

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Auf der Packung steht als Piktogramm: Nur zu zweit tragen. Glückwunsch, bin alleine unterwegs. Bleischwer das Ding. Auf den Einkaufswagen wuchten ging ja noch, aber jetzt muss ich damit rund 1 m Höhenunterschied zur Ladefläche des Nissan ausgleichen. Gut, dass der Nissan einen Ladekantenschutz hat. Und diagonal geht die Packung sogar drauf! Schön, dass es nicht regnet. Eine Plane wäre dann nicht schlecht gewesen. Im Zubehör bei Nissan gibt es sogar ein Hardtop für rund 2.500 Euro. Oder ein Campingzelt für die Ladefläche (rund 323 Euro). Kein Scherz. Könnten wir heute Nacht doch am See campen. Blöd, jetzt ist das Bier schon weg. Also Regal nach Hause bringen und gut.

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Als Businessmann muss man jetzt auch mal auf den Golfplatz und testen, ob sich das Fahrzeug auch dort gut macht. Auf dem Weg dorthin kommt mir ein weiterer Navara entgegen. Ein freundlicher Gruß vom anderen Fahrer, ich bin überrascht und erfreut. Selten sind sie, die Fahrzeuge, aber offensichtlich nicht am Golfplatz. Klar, wer Golft, hat vielleicht auch Zeit für andere spannende Hobbys wie Reiten o.ä. Da macht ein Navara als Zugpferd für den Anhänger durchaus Sinn.

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Da der hiesige Golfplatz auf einem ehemaligen Army-Gelände liegt und noch einige Baustellen vorhanden sind, kommt wieder der Spieltrieb zum Vorschein: unbefestigte Wege machen einfach Spaß. Und stabil genug ist er mit seinem Leiterrahmen und seiner hinteren Starrachse mit Blattfedern allemal. Leider werde ich von ein paar übermotivierten Straßenbauarbeitern verscheucht. Habe ich etwa eine Absperrung übersehen?! Ich wollte doch nur spielen.

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Zurück auf der Straße. Man fällt auf in dem Auto. In meinen Audi guckt keiner rein. In den Navara gucken viele. Ich habe mich an den kernig klingenden Diesel mit dem typischen Intercooler-Geräusch beim Beschleunigen gewöhnt. Das Geräusch kenne ich noch aus den 80er Jahren, als die ersten Nissan Patrol auf die deutschen Straßen kamen. Nissan war eigentlich ein Pionier mit großen bezahlbaren Geländewagen in Deutschland. Vor allem Bekannte, die einen großen Hänger mit dem damals üblichen Motorboot ziehen mussten, hatten einen Patrol. Den Patrol gibt es zwar nicht mehr, aber von der Idee her kann man Pathfinder/ Navara als logische Erben im Gedanken sehen.

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Kurzum: Der kernige Navara ist das richtige Auto für alle, die das urtypische Geländewagenfeeling suchen und viel zu transportieren haben oder öfter auch mal mit schwererem Anhänger fahren müssen. Oder aber auch mal ihren Spaß im Gelände haben wollen. Zeug zum Lifestyle PickUp hat er und mir hat er sehr gut gefallen…

Technische Daten Nissan Navara Double Cab 3.0 dCi 4×4 V6

Motor und Kraftübertragung

Zylinderzahl / Motorbauart: 6-Zylinder V-Motor
Hubraum: 2993 cm³
Aufladung: Abgasturbolader
Leistung: 231 PS (170 kW) bei 3750 U/min.
max. Drehmoment: 550 Nm bei 1750 U/min.
Antriebsart: Hinterrad zuschaltbar
Getriebe: 7-Gang Automatik
Schadstoffeinstufung: Euro 5
Kraftstoff: Diesel

Abmessungen und Gewichte

Radstand: 3200 mm
Spurweite (vorne/hinten): 1570 mm / 1570 mm
Außenmaße
(Länge × Breite × Höhe):
5296 × 1848 × 1765 mm
Zuladung: 1055 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 3240 kg
Wendekreis: 13.80 m
Anhängerlast gebremst: 3000 kg

Beschleunigung

0-100 km/h (Herstellerangabe): 9,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Herstellerangabe): 195 km/h

Quelle: Auto-Motor-und-Sport.de/ Nissan.de

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