Ausgewähltes Gekritzel

(alt) Feuriger Diesel-Fahrspass: Der MINI Cooper SD Paceman ALL4 im Kurztest

Von Oliver Gmeinder

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“Hast Du MINIMAX im Keller, brennt der Dachstuhl umso heller…“

So, oder so ähnlich lautet der leicht ironisch verfremdete Werbeslogan eines weltbekannten Feuerlöscherherstellers. Bei einem „MINI MAX.“ könnte es sich aber auch um das in der Garage befindliche Fahrzeug – seinesgleichen der MINI Paceman – handeln, den man nicht zwangsläufig in glutrot ordern muss. „MAX.“ impliziert dabei den größtmöglich verfügbaren Diesel Motor, nämlich den 1.8 Liter großen und 143 PS starken aufgeladenen 4 Zylinder Selbstzünder – bekannt bis in den 5er BMW – der dem kleinen richtig Feuer macht und dabei erstaunlich wenig verbrennt. Doch genug der Methapern und Sprüche.

Es folgen Fakten (mal mehr mal weniger):

Der MINI Paceman ist der krönende Abschluss, die magische Nr. 7 der Modellerweiterungen und stand Dank der BMW Niederlassung Nürnberg als stärkster in der MINI Palette verfügbarer Diesel vor der Türe. Fahrspass steht drauf und Fahrspass ist auch drin, wenn 143 Diesel-PS dem Paceman drehmomentstark Feuer, pardon Dampf machen. Die allgemeine Erweiterung der Modelle um diese Motorvariante war übrigens aus meiner Sicht konsequent und nötig, war doch der kleinere Cooper D als 1.6 Liter Diesel mit seinen 112 PS etwas überfordert – vor allem im MINI „ich-wäre-gerne-ein-SUV“ Countryman mit Allradantrieb ALL4.

 

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Doch zurück zum wesentlichen: Der Paceman ist laienhaft ausgedrückt ein 3-türiger Countryman oder nennen wir ihn von mir aus „Countryman-Coupé“ mit ähnlichen Abmessungen, jedoch ein wenig sportlicher und Lifestyle angehauchter. Er gefällt sofort durch seine Proportion und wirkt nicht wie ein aufgebockter Standard-MINI. Die nach hinten leicht abfallende Dachkante betont den sportlichen Charakter. Erstaunlicherweise geht das nicht zu sehr zu Lasten der Hinterbänkler. Diese sitzen zwar relativ tief und Kritiker würden fast schon von eingepfercht sprechen, aber das Sitzangebot ist überaus ausreichend und auch relativ großgewachsene finden gut Platz. Notorische Nörgler werden wohl immer etwas auszusetzen haben, aber der Paceman ist eben nicht als Großraum-Reise-SUV konzipiert und schon aufgrund der Karosserielinie müssen Abstriche in Kauf genommen werden. Bei genügend Sauerstoffzufuhr, Licht und Nahrung können aber längere Strecken auf der Hinterbank problemlos überwunden werden. Die Bilder können übrigens durch einen Klick vergrößert werden.

 

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Der restliche Innenraum ist gewohnt MINI. Haptik und Funktion sind gegeben, auch wenn man über Details vielleicht diskutieren mag. Der traditionell mittig auf dem Armaturenbrett angeordnete Tacho in Pizzagröße verrichtet seinen Dienst und beherbergt das optionale Navigationsdisplay. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nur bedingt streiten und für mich gehört die Anordnung einfach dazu. MINI Neulingen vermag diese Anordnung etwas grotesk vorkommen, aber MINI ist eben „Urban-Style“ mäßig anders. Ich persönlich finde die Bedienung des Navigationssystems über den MINI Joystick in der Tunnelkonsole (Pendant zum BMW iDrive) eher etwas fummelig und gewöhnungsbedürftig, aber das war es auch schon mit Kritik.

Die Sitze bieten auch großgewachsenen Persönlichkeiten guten Seitenhalt, sind zahlreich verstellbar und beim Testwagen beheizt (Empfehlung!). Die Teilleider-Option reicht für meinen Geschmack vollkommen aus, da der Aufpreis für die richtig gelungene Lederoption „Lounge“ in Verbindung mit dem verbauten und ebenso zu empfehlenden Chilipaket (Aufpreis: 2.450€, beinhaltet diverses Zubehör wie Klimaautomatik, 18“ Felgen, Teilleder-Sportsitze, Xenonscheinwerfer u.a.) nochmals mit sportlichen 1.100€ zu Buche schlagen würde (Standardleder: 800€ Aufpreis bei vorhandenem Chilipaket).

 

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Außen lässt Ihn das komplette neue Design der Heckpartie sehr eigenständig wirken und sofort als Paceman erkennen. Auch hier haben die Designer für meinen Geschmack sehr gute Arbeit geleistet. Die Front lehnt sich stark an den MINI Countryman an und ziert die für die Ausstattungsvariante Cooper S (Benziner mit 184 PS) und SD (Diesel mit 143 PS) üblichen sportlichen Elemente wie bspw. die markanten Lufteinlässe vorne sowie die hinten links und rechts angeordneten Auspuffendrohre aus poliertem Edelstahl – eben ganz Cooper S(D). Ich persönlich kenne alle MINI Modelle und bin auch eine Art Fan des kleinen Britten. Dennoch ist das Ganze langsam an der Grundidee MINI vorbeigedacht. Als störend habe ich nicht unbedingt die Länge von 4155 mm empfunden aber durchaus die Breite von 1786mm. Ein 5er BMW der aktuellen Baureihe F10 ist da nur marginal breiter und in so manchen älteren Tiefgargen kann es da schon recht eng werden. Eben gar nicht mehr mini.

 

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Ein paar Bilder zeigen den Unterschied zum “normalen” MINI als Hatchback mit ebenfalls 3 Türen (hier noch aus der Modellreihe R56 als John Cooper Works):

 

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Preislich sind wir mit 30.200,00 € Grundpreis auch schon relativ weit entfernt von den für einen Kleinwagen üblichen zu entrichtenden Beträgen. Eine lange Aufpreisliste mit vielen Optionen gibt es unentgeltlich dazu. Aber sei´s drum, denn „Wer kann, der darf“ heißt es ja allgemeinhin und ein nettes Gadget ist der MINI allemal. Sparen kann man ja beim Verbrauch, denn der ist mit 4,9 l/100 km im kombinierten EU-Drittelmix doch recht gering. Wir haben sogar die für ausserorts angegebenen 4,7 l/100 km erreicht – zumindest lt. Bordcomputer.

 

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Gibt man Ihm die Sporen erreicht man nach 9,3 Sek. Landstraßentempo. Interessanter sind da aber die 305 Nm Drehmoment, die auf Niveau des 218 PS starken MINI John Cooper Works im Overboost Modus liegen. Durchzugskraft ist also durchaus vorhanden und spritzig fühlt er sich schon an. 197 Km/h (etwa 210 lt. Tacho) stehen als Höchstgeschwindigkeit im Fahrzeugschein, die sich durch das straffe Fahrwerk sicher und souverän fahrbar anfühlen. Es fehlt Ihm ein wenig das klassische Rotzen und Röhren eines Cooper S oder John Cooper Works, aber es ist eben ein Diesel.

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Fazit:

Der MINI Paceman hat seine Fangemeinde und steht als sportliches „Klein-SUV“ in Kontrast zu den in der Stadt oftmals völlig nutzlosen XL-SUV´s, die nur „wegen der guten Übersicht und Sicherheit“ gekauft/ geleast aber nicht (immer) beherrscht werden, vor allem wenn es um das Thema „wie versenke man (oder Frau) ihn in der passenden Lücke“ geht. Von diesem Gesichtspunkt aus ist der MINI Paceman ein freches kleines und sportliches SUV, das für den Citydschungel genau richtig ist. Golfbag und Wasserkasten schluckt er ebenso problemlos wie souverän. Spitzig, sparsam bei hoher Qualitätsanmutung und einem gewissem (auch wenn das Wort langsam überstrapaziert ist) Lifestylecharakter. Überdies sammelt ein MINI eigentlich immer allgemeine Sympathiepunkte und man kann bei jedem Anlass mit ihm vorfahren ohne over- oder underdressed zu wirken. Der Allradantrieb ist für unsere Gefielde eher zu vernachlässigen, macht aber bei den stärkeren Benzinern durchaus Sinn, da die Vorderräder bei nasser Strasse entsprechend nach Grip suchen. Könnte man somit als „nice-to-have“ mitnehmen, braucht man aber im Diesel nicht wirklich.

Mir hat der Kleine Spaß bereitet muss ich zugeben. Ja, günstig ist etwas anderes aber wenn man Fan ist und oder das nötige Kleingeld besitzt wird man nicht enttäuscht. Es gibt auch hin und wieder sehr günstige Leasingaktionen der BMW Niederlassung Nürnberg. Derzeit für den ganz brandaktuell neuen MINI der Modellreihe F56. Dazu einfach auf den Link zur BMW Niederlassung Nürnberg klicken.

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Nachtrag:

Wer sich um einen subventionierten MINI (leider ohne das Modell Paceman) mit Werbebeklebung bewerben möchte, klickt hier auf das Kooperationsangebot von Cortal Consors und der BMW Niederlassung Nürnberg.

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