Ausgewähltes Gekritzel

Wie alles begann… Ein Blick hinter die Kulissen.

Jetzt ist es soweit. Das Blog ist live, der Youtube Kanal steht und Facebook erfreut sich ebenfalls schon einiger Likes. Da steht was von „MotorOli“ und der sucht wohl immer nach #Fahrspass. Auch der „FotoRalph“ ist dabei. Dann prangt da derzeit ein Logo von einem der größten Europäischen Online-Reifenhändler. Doch eines nach dem anderen…

Der Weg hierher war eher holprig und sagen wir durchwachsen. Am Anfang stand irgendwann einmal die (heute weiß ich) unverbindliche Anfrage eines TV Senders ein „neues und andersartiges“ Motorformat ins Leben zu rufen, was „BAM“ wird. BAM stand wohl für besonders hipp, geil oder weiß der Teufel was der TV Typ damals meinte. Das Angebot und die Eckdetails klangen vielversprechend und haben mich natürlich als „Petrolhead“ durchaus begeistert. Mal ein etwas anderes Beratungsprojekt. Kontakte hatte ich aus meiner automobilen Zeit ja schon zu genüge gesammelt und daher „Läuft“, so dachte ich.

Ein paar Anrufe hier und da, ein buntes Konzept mit tollen Bildern und noch tolleren Zahlen (da stehen Krawattenträger nämlich drauf), den einen oder anderen Termin und schon sollte man ein rundes Paket aus „Carporn“ und „Dokutainment“ – oder auf Neudeutsch „ein für Auto interessierte Menschen und solche die es werden möchten quasi sinnlich automobil-erotisch ansprechendes Format mit adäquatem Tiefgang, Witz und Informationsgehalt“ –  beisammen haben. Ich will niemand mit den Details langweilen, aber im Prinzip war es anstrengender als gedacht.

Die Kurzfassung ist, dass alles anders kam. Bei der Sendeanstalt haben Umstrukturierungen und diverse andere Kausalitäten dazu geführt, dass man sich für ein Format über Goldfische und deren Paarungsverhalten in runden Aquarien entschieden hat. Wahrscheinlich wollte auch der Moderator utopische Summen an schnödem Mammon und die Garantie für Ruhm und Teilnahme am „Dschungelcamp“ – oder so ähnlich…

Auf alle Fälle war das irgendwann durch. Ich bereits durch die halbe Republik geflogen und eine Vielzahl an Klinken geputzt. Kam mir schon vor wie der Autoprediger auf dem Jakobsweg. War doof, hab ich dann selbst gemerkt. Für mich waren soweit zwar alle Aufwendungen beglichen und daher war es mir im Prinzip egal, wie und ob es weiter gehen sollte. Wenn die nicht wollen, dann eben nicht. Irgendwie fand ich es aber dennoch schade, denn wie erwähnt bin ich selbst Petrolhead und während der Zeit sind einige spannende Ideen entstanden. Das sollte man jetzt alles wegschmeißen?

An dieser Stelle hatte irgendwer die glorreiche Schnapsidee, dass doch ich als kreative Frohnatur das Thema Automobil auf kurzweilige Art und Weise dem oder den Zuschauern nahe bringen könnte. Ja ich schreibe, aber die Idee war erstmal total abwegig, denn ich hab a) NULL KOMMA NULL Moderationserfahrung, b) keinen unmittelbaren Drang zur Selbstdarstellung und c) quasi keinerlei Budget für sowas. Auch plane ich keine Teilnahme an einem der kommenden Dschungelcamps. Blogs gibt es en massse  und wie soll man sich positionieren? Will das überhaupt jemand lesen/ anschauen? Als Medium kam natürlich nur das Internet und die bekannten sozialen Netzwerke in Frage, auf denen man sich nach Gusto und zunächst unentgeltlich austoben kann. Aber auch hier ist es überaus schwierig bei 0 zu beginnen. Dennoch haben wir die Idee weiter gesponnen und uns einiger Bausteine aus dem damaligen TV Projekt bedient. Offen gesagt weiß ich gar nicht mehr wer auf den Namen gekommen ist, aber nachdem ich „Oli“ heiße und recht „Motor“ affin bin war auch das soweit fix.

Unser Grafikguru Peter hat sich daraufhin direkt an ein Logo gemacht und das Resultat hat durchaus gefallen. Nur mit Logo und einigen Ideen kommt man nicht weit, denn wichtig sind natürlich Content, der idealerweise so gut aufbereitet, kurzweilig und interessant gestaltet ist, dass sich die Leute das auch antun ohne Brechreiz zu bekommen. Edit: Wie das bei so mancher Trash-Soap klappt, frage ich mich bis heute. Egal! Somit kommt man auf alle Fälle von einem Problem direkt zum nächsten. Wie generierst Du als völlig Unbekannter Content? Denn für Content benötigst Du neben einer gewissen Grundversiertheit (auch im Internet soll es einigermaßen gut aussehen) natürlich auch Themen. Themen bzw. Autos – idealerweise spannende Autos – sind nicht so einfach zu bekommen. Jetzt komme ich quasi aus der Branche, war schon für große Verlagshäuser tätig und habe sogar einige gute Kontakte, aber am Endes des Tages muss jeder Hersteller sein begrenztes Testwagenkontingent entsprechend planen und man will die Kontakte ja auch nicht nerven. Denn es gibt garantiert viele „Autofreaks“ mit Ideen, einer GoPro und einer halbwegs tauglichen Digitalkamera.

LogoLogo

Schon an dem Punkt hatte ich extreme Bauchschmerzen, denn wenn wir ehrlich sind haben wir NULL Budget, NULL Traffic, NULL irgendwas… Es ist ein Teufelskreis! Auch bin ich im Daily Business zwar immer wieder mit dem Thema Online und Auto usw. konfrontiert, aber ich habe natürlich niemals geplant Automoderator oder etwas dergleichen zu sein. Ja, ich schreibe gerne über Autos – wie gesagt –  und fahre Sie noch viel lieber. Dennoch war ich an dem Punkt, wo ich keine Ahnung hatte, ob das sinnvoll oder gänzlich sinnfrei sein würde und ließ es zunächst ruhen. Auf eine Vorfinanzierung hatte ich weder Lust, noch sah ich in irgendeiner Weise Refinanzierungsmöglichkeiten, da ich kein mit Werbung zugekleistertes Blog ins Netz stellen wollte und mein tägliches Brot mit anderen Projekten verdiene.

Jetzt muss man an der Stelle vielleicht erwähnen, dass ich seit längerer Zeit einen recht guten Draht zu ReifenDirekt.de habe/ hatte und daher hin und wieder Kontakt auf Direktorenebene. Auch ReifenDirekt.de war damals an dem TV Format interessiert. Mehr oder weniger zufällig sind wir auf das Thema Blog zu sprechen gekommen… Super für mich, denn ich hatte da ja was in der Schublade. Die Idee war, dass wir gemeinsam unter dem Motto „Fahrspass“ kleine Videos produzieren und veröffentlichen. Das Motto erschien passend, denn alles was fährt benötigt in der Regel ja auch Reifen und die gibt es bei ReifenDirekt.de nun zu genüge. Mit moderierten Videos, Fotos und dem einen oder anderen Text sollten einmal die ReifenDirekt.de Kanäle befüllt und deren Kunden „bespasst“ werden, aber auch potentielle Neukunden latent darauf aufmerksam gemacht werden, dass man seine Reifen günstig online kaufen kann. Kam mir plausibel vor, denn ich bin selbst Kunde und mit ReifenDirekt.de hat das immer recht gut geklappt.

Trotz gutem Kontakt und als zufriedener Kunde, ist es natürlich dennoch nicht ganz einfach auf die Schnelle große Budgets zu bekommen, denn auch Direktoren haben Vorgesetzte und eine Idee muss man zunächst intern vorstellen und diese schlussendlich (Achtung: Wortspiel) reifen lassen. Budgets müssen dann geplant werden und irgendwie ist man als Außenstehender auch potentiell nerviger Ressourcenverschwender, wenn es um etwaige Abstimmungen oder dergleichen geht. Ansprechpartner wechseln, Strukturen verändern sich usw. Daher wollten sollten durften wir einfach mal loslegen und kleine Videos drehen, quasi zur Veranschaulichung. Videos sind aber nicht so einfach produziert, denn nebst Equipment, Kameramann, Ton usw. benötigt man so existenzielle Dinge wie ein zu filmendes Objekt, einen Moderator und natürlich auch eine entsprechende Location – to name but a few. Wie soll man das ohne Budget machen und es gleichzeitig ansehnlich bringen? Ein wenig Vorleistung ist ja OK, aber es missfällt mir Dienste in Anspruch zu nehmen, dafür aber nichts zu bezahlen. Auch das hat mich schier zur Verzweiflung gebracht…

ABER: „Warum eigentlich nicht?“ Ich hatte meinen Lebensunterhalt gesichert und sollte das rein als #Fahrspass-Projekt nebenbei betrachten. Aus diesem Grund war klar, dass es keinen teuren Moderator geben wird. Ursprünglich wollte ich nämlich einfach nur Texte/ Inhalte schreiben und testen. Ich bin Autotester, kein Moderator! Die Moderation sollte jemand machen, der das kann. Doch monetär war das einfach nicht drin zu dem Zeitpunkt. Nachdem ich das kürzeste Streichholz gezogen hatte, musste ich also ran. eyes4visionTV (die wohlgemerkt fürs TV produzieren!) war da zugegeben etwas skeptisch, denn so ganz spontan reden ist nicht einfach. Jetzt bin ich zwar nicht auf den Mund gefallen und war durchaus bereit mich für das Gelingen des Projektes zu blamieren, aber ein wenig Lampenfieber hatte ich – keine Frage. Ich mein, Du bist in dem Moment vollkommen alleine und sprichst mit der Kamera. Ohne große Vorbereitung. Am besten noch so, dass es gut rüberkommt. OMG! Finde es auch ziemlich strange seine eigene Stimme zu hören. Aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen und obgleich ich einen Kasten Bier verloren habe (bei der Wette, dass ich beim ersten Mal in die Kamera sprechen garantiert den Faden verlieren werde), hat das dann erstaunlich gut geklappt. Ich sag ja immer: „Ich kann von allem ein bisschen was, aber nix gescheit“ 😉

Ich weiß nicht wie, aber wir haben es schlussendlich geschafft in einem Zeitfenster von 10:30 – 17 Uhr das Ganze Thema #Fahrspass1 mit Foto und Film zu realisieren. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Karla Kanz von MTM bedanken, die mir bedenkenlos zwei Fahrzeuge mit in Summe 1016 PS und dem Wert eines kleinen Reihenhauses zur Verfügung gestellt hat sowie unserem besten Andi von eyes4visionTV, der sich  trotz diverser anderer Projekte wie sonstigen TV Verpflichtungen, Vaterschaft und Hausrenovierung die Zeit genommen hat das Thema mitzuspinnen. Auch meinem Kumpel Johannes möchte ich nicht unerwähnt lassen, der die Co-Moderation übernommen hat vor Ort. Und natürlich Herrn Fuchs vom Fahrsicherheitszentrum Bergheim, der uns die gesamte(!) Anlage spontan für einige Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat.

Einige Fakten nochmals auf den Punkt gebracht:

  • Es war mein allererstes Mal als Moderator vor der Kamera.
  • Die Planung war absolut ad hoc und ist quasi vor Ort erfolgt (also wie inszenieren wir welche Autos), da es aus zeitlichen Gründen nicht möglich war anders zu agieren.
  • Es gab keinerlei Storyboard oder sonstige größere Vorbereitung.
  • eyes4visionTV hat an diesem Tag alles komplett mit nur einem Mann alleine gedreht, ohne jedweden Ton- oder sonstige Assistenz.
  • Mein Kumpel Johannes ist im Film kurzfristig eingesprungen – auch er hatte keinerlei Storyboard, Briefing o.ä. vorab erhalten.

Daher nochmals Danke an alle Beteiligten und speziell eyes4visionTV für den Schnitt. Das Ergebnis diente einer (erfolgreichen) Managementpräsentation in der die Grundidee und eine Richtung gezeigt werden sollte. Partner für den Pilotfilm war ReifenDirekt.de, die sich jedoch derzeit intern neu strukturieren und daher wird sich in dieser Richtung wohl noch etwas tun. Der Dreh war im Sommer und egal, ob ReifenDirekt.de oder ein anderer toller Partner, es geht jedenfalls 100% ig weiter. Das Resultat wollten wir Euch aber natürlich nicht vorenthalten.

Der entsprechende Blogartikel, das Video und einige Bilder zu den Fahrzeugen folgen diese Woche. Edit: … sind live! Schaut mal hier.

Mittlerweile haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und es macht richtig Spass spontan vor der Kamera zu quatschen. Irgendwie habe ich mich in diese Rolle „MotorOli“ eingefunden. Wie heißt es so schön: „Wenn das Leben Dir eine Zitrone beschert, dann mach Limonade draus.“ Ich habe die Zitrusfrüchte gesammelt und uns einen dicken Tank Energy-Limonade daraus gebraut.

Inspiriert und motiviert dazu hat mich einer meiner besten Kumpels, der sich als die perfekte Ergänzung herauskristallisiert hat und das Projekt mit mir nun in Eigenregie fortführt. Wir sind ab jetzt also ab und an „ON TOUR“ auf der Suche nach Fahrspass. Spontan, authentisch, ohne Storyboard, ohne Netz und doppelten Boden.

Die kommenden Videos sind dann von der Machart her etwas anders und immer im Duo mit „FotoRalph“ und „MotorOli“.

Dazu findet Ihr hier einen kleinen Trailer. A.R.T tuning, HGP-Turbo, Alpina… usw.

Aber auch eyes4visionTV wird weiterhin im Boot sein, denn wir haben noch einiges vor.

Stay tuned!

Euer „MotorOli“

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